....die "Stichwörter für diese Geschichte, hat Gauzibauz geliefert.....
Karl, der Käfer hatte einmal eine große Familie, die in einem Fliegenpilzhaus wohnte. Alle waren glücklich und gingen ihren Beschäftigungen nach.
Karl hatte ein eigenes, kleines Bett, indem er es sich gerne nach der Arbeit gemütlich machte. Da er für die Lagerung der Vorräte verantwortlich war, was ja eine wirklich wichtige Aufgabe in der Gemeinschaft ist, die er auch sehr ernst nahm, trug eine Verantwortung für seine Familie und für sein Volk.Seit er denken konnte, lebten sie nun schon hier in diesem wunderschönen Tal, auf dieser herrlichen Wiese, wo es unzählige Blumen und andere Pflanzen gab, die so betörend dufteten, dass Karl jeden Abend friedlich, mit einem Lächeln einschlief.Doch seit einiger Zeit wurde diese Idylle durch immer näher kommenden Lärm gestört. Ja, den Lärm der Menschen, mit ihren stinkenden Blechkisten, den kannten sie alle. Aber jetzt, war irgendetwas anders.
Er hatte es in der Zeitung gelesen. Jeden Tag, wenn der Rabe vorbeifolg, lies er ein Exemplar vor dem Fliegenpilzhaus seiner Familie fallen. Demnächst sollte eine große Versammlung aller Wesen dieses Ortes stattfinden.
Da war ihm auch ein Artikel aufgefallen, wo über das große Bienensterben berichtiet wurde, und noch einige andere, die aus fernen Ländern, über Tiere, die so riesig waren, wie er sich als kleiner Käfer kaum vorstellen konnte, die aber trotzdem nichts gegen ihre Mörder, die sie wegen ihrer Zähne töteten, ausrichten konnten.
Er überlegte,.....was sollen denn dann wir Käfer tun, wenn schon so große Tiere dem Menschen gnadenlos ausgeliefert sind??Nach ein paar Tagen war draußen, auf der Wiese, ein großes Summen zu hören. Die Tiere liefen unruhig hin und her, versammelten sich, warteten auf die Pflanzendevas, die Feen und Elfen, die diese Versammlung leiten sollten. Ja, sogar einige Trolle hatten sich angesagt.
Es dauerte lange, bis sich alle versammelt und beruhigt hatten. Man hatte einen Tag ausgewählt, der bei den Menschen Sonntag hieß, da gab es nicht ganz so viel Lärm.
Als Paralda, Cornelia und Arages angeflogen kamen, wurde es still. Sie hatten die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Wesen, da sie die Versammlung leiteten, man ihnen vertraute, und schon viele gute Enscheidungen getroffen hatten. Sie hatten alle Informationen von ihren Helfern zusammentragen lassen, die zu bekommen waren, über diesen immer näher kommenden Lärm, der so anders war, als der, an den sie sich schon einigermaßen gewöhnt hatten.
Paralda ergriff als Erste das Wort, flog ein Stück in die Höhe, damit sie die Anderen gut sehen konnten, und hob gebieterisch die Arme. "Ruhe, meine Lieben, Ruhe!"
Dann flog Cornelia dazu und erhob die Stimme.
"Wir haben nun schon so viel hinnehmen müssen, aber das, was jetzt auf uns alle, hier im Tal, zukommt....." Ihre Stimme brach, weil sie daran dachte, was sie all den Wesen jetzt zu verkünden hatte.
Da kam ihr Arages zu Hilfe.
"Freund, wir haben eine große Aufgabe zu bewältigen." Auch er wußte nicht genau, wie er den Wesen klar machen sollte, dass sie nun alle aus dem Tal wegziehen müssen, weil dieses wundervolle Tal einer neuen Autobahn der Menschen Platz machen sollte. Alle mußten evakuiert werden, und das in kürzester Zeit.
"Nun gut", setzte Arages noch mal an, "um es kurz zu machen, werde ich euch jetzt in alle Pläne und Maßnahmen einweihen, die schnellstens zur Umsetzung gebracht werden müssen, bevor wir alle hier noch sterben."Ein Raunen ging durch die Menge. Alle fingen an zu schwatzen, manche waren so verschreckt, dass sie sich duckten, und vielen stand der Schreck in´s Gesicht geschrieben.
Bevor noch mehr Unruhe aufkam, wurden Pläne verteilt, was in den nächsten Tagen passieren sollte. Auch Karl, der Käfer, bekam einen Zettel, worauf stand, dass er unverzüglich seine Sachen packen, und sein Fliegenpilzhaus verlassen sollte, mit seiner ganzen Familie.
Ihm schwirrte der Kopf. Wo sollte er denn hin? Es mußte beraten werden, mit den anderen Familienmitgliedern.Am Abend setzten sich alle im Fliegenpilzhaus zusammen. Keiner hatte Hunger. Sie waren alle traurig, ängstlich. wußten nicht, was sie tun sollten.
Die Jüngeren waren dafür fort zu gehen, die Älteren liesen sich nicht umstimmen, sie wollten bleiben, sahen die Gefahr nicht. Was sollte nun geschehen??
Da man sich nicht einig werden konnte, und die Alte nicht hier allein lassen wollte, entschied man sich zu bleiben und abzuwaren. Vielleicht wurde ja alles gar nicht so schlimm.
Am nächsten Tag begann die Wanderung. Nur Karl, der Käfer, seine Familie und ein paar andere Familien blieben und schauten zu, wie sich das Tal langsam leerte, entvölkerte.
Die gute Energie, die bis dahin immer noch in diesem Tal herrschte, zog mit ihnen fort.Voller Angst und Unsicherheit schliefen die Käfer jeden Abend ein, und hörten den Lärm, der mittlerweile so unerträglich geworden war, dass sie ihre eigenen Stimmen nicht mehr hörten,...und er kam immer näher. Aber irgendwie hatten sie doch noch ein Fünkchen Hoffnung, dass ihr kleines Fliegenpilzhaus vielleicht doch unentdeckt bliebe.Eines Morgens, als endlich alle eingeschlafen waren, denn die Gemüter beruhigten sich nun kaum mehr, rollten große Baumaschinen mit ihren Rädern über das Fliegenpilzhaus. Keiner der Familie hatte eine Chance zu entkommen. Nur Karl, der Käfer, konnte schnell noch einen Satz aus dem Fenster machen, und sich zwischen stinkenden Abgasen , unter Aufbietung aller seiner Kräfte, in die Luft erheben. Er folg, und flog, und flog.......wie er noch nie zuvor geflogen war,.....um sein Leben,....denn DAS war das Einzige, was ihm geblieben war.
Irgendwann setzte er sich völlig erschöpft auf eine Blume und begann bitterlich zu weinen, um all die Wesen, seine Familie, um sich selbst,....denn er war jetzt ganz allein............
© Geschichte von Rosi Sanchez Garcia