Mittwoch, 18. Februar 2009

Lebensrhythmen

Wie schnell sich der Körper, der Geist, an Veränderungen, an wiederkehrende Ereignisse angepaßt. Oder bilde ich mir das nur ein. Könnte ja sein, dass ich irre. Frau ist oft wiedersprüchlich, aber nicht nur Frau. Was heute noch richtig und gut erscheint, ist es morgen vielleicht schon nicht mehr. Sie Stimmungen wechseln, und somit auch die Sicht auf die Dinge. Das geht wohl allen Menschen so.
Sicher, grundsätzlich Nervendes bleibt bestehen. Ohne Frage.Nach den Erlebnissen der letzten Wochen mit meinem Sohn, die Tatsache, dass Jörg jetzt jeden Tag hier ist, und seinen eigenen Rhytmus hier mit einbringt, und zusätzlich noch der immer gleichbleibende Lebensrhythmus meiner Eltern, die so verhaftet sind, in Zeit und Raum, dass sich keiner etwas anderes vorstellen kann, hat sich mein eigener Rhythmus schon verändert.Jetzt stehe ich früh, so gegen sechs, halb sieben auf, wenn Jörg wegfährt, schaue gleich nach Jimmy, was auch gut so ist, denn heute war´s wieder nahe dran, und abend´s bin ich dann so müde, dass ich schon gegen elf in´s Bett falle.Der Tag ist meist gefüllt mit Tätigkeiten, die auf den Rest der Familie abgestimmt sind. Will ich Zeit für mich, muss ich selbst das planen, wie heute....und morgen.
Ich habe endlich geräuchert, gelesen, CD gehört, und mich mit meinen Tarot-Karten beschäftigt. Aber richtige Ruhe, hatte ich da auch nicht durchgehend.
Das Telefon habe ich klingeln lassen, und meine Anwesenheit beim Schneeräumen ist eh überflüssig. Da gibt es Andere, die mehr Kraft haben als ich.
Ich höre meinen Sohn lachen, in seinem Zimmer, über die Dümmlichkeiten, die der Fernseher so ausstrahlt. Er läßt sich manipulieren, einfangen, reinziehen, in die Klischees, die uns die Gesellschaft aufdrücken will, denkt in forgegebenen Formen. Die Faulheit tut ihr Übriges,......mir stehen die Haare zu Berge........
So ganz unter´m Strich gibt es heute zwei Sachen, die mich stöhrten.
Das Jimmy trotz Meckertiraden, von seiner Oma noch mit seinem Liebelingsessen belohnt wurde, weil er ja so nett war, und den Schnee mit Opas Hilfe weggeräumt hat.
Und das ich Jörg, als so schwer Arbeitenden, wenn er nach Hause kommt, alle Platzrechte abtreten muss, dass er ja keine Zeiteinbusen hat, weil er ja schließlich auch mal fertig werden will. Ich richte mich da in allem nach ihm und weiche aus....wie gehabt.......und dann wird noch schlechte Laune seinerseits verbreitet. Auch nix Neues.

Kommentare:

Treibgut hat gesagt…

Vielleicht willst und erwartest du auch einfach zu viel. Dein Beitrag hört sich "unzufrieden" an, eingesperrt im Haus, dass dir zu klein ist und voll in Anspruch genommen von der Familie.

Auf der anderen Seite verraten deine Beiträge aber auch, dass du gar nicht so wenig Freizeit hast, weil du hier lange Blogbeiträge schreibst und heute z.B. geräuchert, gelesen, CD gehört, und dich mit deinen Tarot-Karten beschäftigt hast.

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Hallo Treibgut!
Die Zeit, die ich für mich haben möchte, muß ich mir meißt rausarbeiten. Also, vornweg alles vorbereiten, vorkochen...ect, und trotzdem bin ich dann in´s Hausgeschehen so involviert, dass ich oft nicht wirklich Ruhe habe, weil dauernd jemand kommt und was von mir will.
Ich würde eher sagen, die Anderen erwarten zu viel von mir, und es ist schon viel zu selbstverständlich, dass ich immer versucht habe diese Erwartungen zu erfüllen, schon mal deshalb, dass es keinen Ärger gibt.
Es geht wohl auch gar nicht zu sehr um Zeit und Raum, sonder um die ständige Anspannung, in der ich bin, um die ständige Inanspruchnahme, durch die Anderen, die nicht wäre, wenn ich allein leben würde. Nur, bin ja auch ich im MOment hier selbst auf Hilfe, was das zum Artzt fahren und technische Sachen, auch am Haus, bestifft, angewiesen, weil ich das nicht alleine machen kann.
Ich fühl mich als Prellbock, von allen Seiten, und wehe, ich erhebe die Stimme, da bin ich ja hysterisch...
Nur, einfach hier abhauen, kann ich auch nicht, dazu fehlt mir wieder die körperlich Kraft, das alles zu schaffen.
Jetzt ist es schon so weit, das mein Sohn fast jeden Tag unterzuckert, und sich während, oder kurz danach wie ein Geisteskranker benimmt, der auch noch aggresiv wird. Wir, also ich und meine Eltern, die ja auch über 70 sind, sind in dieser Situation völlig überfordert, und es hilft uns da auch keiner. Jeder Artzt, oder andere Stellen verweisen stetig darauf, dass er ja volljährig sei.
Wirkliche Ruhe, wirkliche Enstpannung gibt es hier eigentlich nicht, wenn dann nur erzwungen, zwischendurch mal, für ein paar Stunden, weil ich ja auch ständig nach ihm schauen muss.
Und für Jörg´s Frust bin ich dann auch noch da.....
"Das" ist für mich kein haltbarer Zustand. Ich bin froh, dass ich noch auf meinen Beinen stehe mit der MS und dass ich den Krebs überlebt habe. Ich finde, dass dieser derzeitige Zustand, der ja auch nun schon wieder einige Jahre anhällt, mich auf dauer krank macht.
Es ist eine Zwickmühkle, wo ich nicht weiss, was ich tun soll......
.....und wenn ich mal für 2-3 Stunden abschalten möchte, was mein gutes Recht ist, dann habe ich mir das wahrlich verdient! Und selbst da ist halt keine wirkliche Ruhe.
Und ich beschwre mich darüber nur verhalten, anstatt mit der Faust auf den Tisch zu hausen, was auch nix bringen würde. Ich kann ur immer wieder versuchen, im Rahmen meiner Möglichkeiten, meine, die Situation zu verbessern, und es gibt zwar bei Jörg einige Vortschritte, und jetzt auch bei meinen Eltern, aber bei Jimmy nicht.
Ich bin wirklich nicht ungeduldig. Aber was zu viel ist, ist zu viel!
Liebe GRüße
Grey Owl