Donnerstag, 4. Dezember 2008

Erlebnis mit der Dunkelheit

Mein erstes Erlebnis mit der Dunkelheit liegt etwa 17 Jahre zurück, in einer Zeit, wo ich noch auf jeder Party zu Hause war.
Es war Winter, Erkältungszeit, aber ich ging auf Arbeit, weil ich nicht krank machen wollte um weggehen zu können. Zur damaligen Zeit war ich, Jörg kannt ich erst kurz, immer mit einer Band unterwegs, und ich hatte versprochen zu kommen. Wir, meine damalige Freundin Katja und ich, sollten Eintritt kassieren, drüben bei Chemnitz, in Talheim, wo die Band eigentlich zu Hause war. Es war sehr kalt, minus 10 Grad, ich war erkältet, mir ging es nicht gut,.......aber ich hatte es doch versporchen........Also, fuhren wir. In Talheim angekommen holten wir uns bei der damaligen Bandchefin die Schl
üssel für unser Zimmer ab, wo wir übernachten sollten. Jörg brachte unsere Taschen dorthin, und wir genehmigten uns den ersten Drink, und ein Abendessen.
Dann ging´s los. Wir saßen gute fünf Stunden am Eingang, neben der offenen Tür, bei minus 10 Grad und kassierten, froren uns dabei Hände, Füße und den Arsch ab, und am Ende mußten wir noch in einem eiskalten Zimmer schlafen, wo die Tiolette über den Flur war.
Wieder zu Hause angekommen hatte sich meine Erkältung natürlich um Vieles verschlimmert. Ich bekam 40, 41 Fieber,.....sagte mir Jörg hinterher, weil ich mich kaum noch daran erinnern konnte. Meine Freundin bekam es mit der Angst, und Jörg rief die Ärtztin an, am Sonntag, für einen Hausbesuch. Sie kam zwar auch, aber war nicht gerade sehr freundlich, wie mir Jört später alles berichtete. Anscheinend waren 41 Grad Fieber noch nicht Grund genug für sie am Sonntag gestört zu werden. Jörg machte mir in der Zwischenzeit immer wieder kalte Wadenwickel,.....und ich,....war völlig weggetreten..........
......und jetzt zu mir,...aus "meiner Sicht"......
Ich kann mich erinnern, dass ich zuerst ganz schlimm fror, und dann, als mich Jörg in einen Haufen Decken einpackte, weil ich schwitzen sollte, war mir für ganz lange Zeit so unerträglich heiß, dass ich dachte, ich verbrenne,...innerlich,.......und dann,....wurde es dunkel!
Ich tauchte ein, in eine Dunkelheit, wo kein Schmerz mehr war,.....und ich war so glücklich darüber, das ich mich wohl und geborgen in dieser Dunkelheit fühlte. Es war so friedlich, so ruhig,......so schmerzlos........
Ich befand mich in einem dunklen Raum, in dem ich sehen konnte, und ich konnte "denken",.....und ich dachte,......"na gut, wenn ich jetzt sterben soll, dann soll es eben so sein",......und ich lächelte dabei.......
Aber dann, wurde mir bewußt gemacht, dass ich über die Schwelle dieses dunklen Zimmers nicht hinausgehen durfte, ich sollte nur verweilen, für einen Augenblick, und ich wußte, wenn ich die Tür aufmache, würde dort das "Licht" sein, und Menschen, die ich kenne. All´das wußte ich,...irgendwie.........bis ich die Schmerzen wieder spürte, und Jörg´s Gesicht vor meinem sah.......

Kommentare:

Ashmodai hat gesagt…

Ja, das Dunkle muss man nicht immer fürchten. :)

Grey Owl Calluna hat gesagt…

...schön, dass Du´s gelesen hast!
Liebe Grüße
Grey Owl

Luiza hat gesagt…

...ich weiss nicht so genau, was ich von der Dunkelheit halte. Lebe zwar lieber Nachts als tagsüber, aber wenn ich irgendwo neu bin und es ist nacht arschdunkel, dann kann ich nicht schlafen.
Wenn ich irgendwas habe das mich quält, ist das ähnlich.
Andererseits fühle ich mich in wohliger Wärme und Dunkelheit irgendwie sicher.
Ist wahrscheinlich abhöngig vom Moment...

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Vielleicht ist es auch, wie Du schon vermutest, vom Ort abhängig.
Meiner Erfahrung nach ist es auch, was man damit asoziiert.
Zum Beispiel,...hast Du einen Horrorfilm gesehen,...geh mal in den Keller,und......was passiert, wenn Du keinen gesehen hast,...Du gehst,..einfach....
Deshalb schaue ich so wenig wie möglich von dem Zeug,....grins!,....damit ich nicht so beeinflußt werde.
Liebe Grüße, und
einen schönen Samstag.
Rosi