Montag, 15. Dezember 2008

Alle Welt outet sich.....

ok., dann bin ich so ehrlich und tue das auch.
Ich war und bin auch noch so manches mal die Zornige.
Schon früh habe ich damit angefangen,....zornig zu sein, als widerspenstiges Kind, dass schrie und weinte, wenn was nicht passte. In der Pubertät wurde das noch schlimmer, und Jörg kann ein Lied davon singen, wenn ihm Tassen und Teller um die Ohren flogen. Später habe ich begriffen, dass das eigentlich nur ein Ausdruck von Ohnmächtigkeit der Situation gegenüber ist.
Ich wußte überhaupt nicht richtig wessen man mich da überhaupt bezichtigte, und wo´s herkommt, wußte ich erst recht nicht. Erst am Ende meiner Ehe, wo ich dem Nervenzusammenbruch nahe war, keiner mir half, im Gegenteil, meine Mutter mich in die Psychatrie sperren wollte, weil ich mich aus Verzweiflung auf der Toilette eingeschlossen hatte, und meinen Kopf gegen die Wand schlug,.....wo man aber auch die Situation verstehen muss, alle Welt war gegen mich,...meine Eltern halfen meinem Ex-Mann,...nicht mir,....so wie es heute immer noch ist. Die "Böse" bin immer ich.
Ja, mit 24, 25 Jahren ging ich der Sache das allererste Mal auf den Grund: "Wo kam dieser Zorn her?" Denn selbst für mich waren das unhaltbare Situationen, die mich krank machten, was ich selber auch merkte. Also überlegte ich wo´s her kam, und wie ich das abstellen könnte.
Ich will Euch hier die vielen Wege, die ich gegangen bin ersparen, um mit dem Zorn fertig zu werden. Das ging vom Verleugnen, dagegen ankämpfen, bis zur unbändige Wut, auf was auch immer,......es rauslassen, was am wenigsten geholfen hat, weil man sich gerade da noch mehr reinsteigert. Dann hatte ich die Angewohnheit Angst in Wut zu wandeln, was ich damals gut fand.
Heute habe ich mit meinem Zorn einen Kompromiss geschlossen, bin auch in der Lage ihn zu wandeln.
Alles hatte nix gebracht. Ich mußte anerkennen, dass er "da" war, und das es nicht gut war ihn zu verdrängen, einzusperren, zu leugnen oder ihn kontrollieren zu wollen.
Ich werde auch jetzt noch wütend, aber nicht mehr so lange und nicht mehr so heftig wie früher, und ist es mal ganz schlimm, gut, ok, zugegeben, schmeiße ich auch schon mal eine Tür. Aber ich bin auch in Lage ihn umzuwandeln, in etwas Kreatives, wie malen, schreiben, ja, sogar spazieren gehen und Foto´s machen, die wirklich gut werden.
Jetzt kann ich diesen Zorn zu meiner inneren Kriegerin leiten, die ihn aufnimmt und kämpft gegen alle möglichen Krankheiten, die mir so in den letzten Jahren begegnet sind und dachten, sie müßten es mit mir aufnehmen. Genau dafür.....verwende ich jetzt meinen Zorn..........

Kommentare:

Netty hat gesagt…

Ich finde es gut, daß Du den Zorn bzw. die innere Hilfslosigkeit unter Kontrolle hast. Ich finde es auch gut, daß Du alles Mögliche ausprobiert hast u. eine Lösung gefunden hast.

Ich finde es nicht gut, daß Dir Deine Eltern nicht geholfen haben, aber irgendwie glaube ich, daß sie auch "irgendwie" hilflos waren u. dann eine "einfache" Lösung gefunden haben.

Mein Töchterlein hatte so eine Hilflosigkeit als ich krank wurde/war u. wurde wütend, hat Sachen geschmissen. Es hat mich traurig gemacht u. ein Jahr später habe ich es geschafft, daß sie wieder zu mir zurückgefunden hat.

lg Netty

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Liebe Netty!
Die Kinder, oder Jugendlichen wissen oft nicht mit sowas umzugehen. Mein Sohn hat mich auch nie im Krankenhaus besucht, nach der Brust OP.....War halt so,...und es hat mich natürlich auch traurig gemacht. Aber zu der Zeit hatte ich mir mir zu tun.
Ich denke dann immer,....wie habe ich mich als Kind/Jugendlicher verhalten gegenüber den Älteren und ihren Krankheiten.....Ich konnte sie auch nicht verstehen,...bis,...ich selbst in so einer Situation war....
Ganz liebe Grüße
Grey Owl

amala hat gesagt…

ich entdecke zorn gerade jetzt erst. war immer die nette, die liebe, diejenige, die den zorn aller anderen erträgt und in sich reinfrißt. mich hat es krank gemacht und damit ist jetzt schluß. mir hat dabei übrigens ein homöopathisches mittel geholfen, meiner heilpraktikerin sei dank. jetzt muß mein umfeld lernen, daß amala auch mal ausflippen und wütend werden kann. eine neue erfahrung für alle...

zorn in etwas positives zu wandeln, das zu können ist ein wunder-volles geschenk...

Luiza hat gesagt…

Jaja, der Zorn. Ich werde bis heute nicht damit fertig. Ganz besondere Tage im Monat, ganz besonders einige Tage davor, da verwandle ich mich in eine Bestie. Ich kann es nicht steuern. Hinterher tut mir so manches leid, aber ich kann es einfach nicht steuern...
Habe ebenfalls schon versucht der Sache auf den Grund zu gehen, bin aber vollkommen gescheitert. Das einzige, womit ich diese Depression- und Zornmischung bändigen KÖNNTE, wäre Antidepressiva. Und das kommt nicht in die Tüte...

Guten Start in den Tag:-)

Viele Grüsse

Luiza

herzgeist hat gesagt…

Liebe Grey Owl, ja, ich kann dich gut verstehen... In der Kindheit hat mein Bruder mich schon immer nur "Zicke" genannt und damit war ich fleißig in einer Schublade abgelegt, für ihn. Meine Mutter hörte auf ihn... Auf mich ging keiner ein und ich hab' mich kräftig mit Wutausbrüchen gewehrt.

Es gab eine lange Zeit, in der ich diese Wut verarbeiten musste, die aus der Ohnmacht entstand. Und an dem einen oder anderen hab' ich auch heute noch zu knabbern.

Ich finde, dass niemand sich dafür schämen sollte. Jeder meiner Wutanfälle war Ausdruck meines Wunsches, eigenständig und frei zu sein. Und ernst genommen zu werden. Indem ich heute lerne, meine Eigenständigkeit und Freiheit zu leben, wird Wut und Zorn von selbst überflüssig.

Herzliche Grüße
Josephine

der Gauzibauz hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Grey Owl Calluna hat gesagt…

Liebe Amala!
Ich habe auch sehr, sehr lange dazu gebraucht......
...und mir ist meine Energie einfach zu Schade geworden, sie mit so schädlichen, unnützen Gedanken, Emotionen zu verschwenden.
Es gibt besseres zu tun!
Aufpassen must Du trotzdem, dass der Zorn, die Wut nicht ausufert,...man kann sich da auch ganz schön reinsteigern, und es kann auch zuweilen sogar Spaß machen,....am Anfang.....
Am besten vielleicht,....Dich selbst dabei beobachten...Aber auch "das" will gelernt sein.
Liebe Grüße
Grey Owl

Liebe Luiza!
Bitte KEINE Antidepressiva!!!
Meine beste Methode, und auch einfachste Mehtode, wenn man da überhaupt von "einfach" sprechen kann, dem Zorn zu begegnen, ist, sich abzulenken, vorzugsweise mit Dingen, die einem Freude bereiten könnten.
"Ablenkung" ist ansich, ist immer gut. Da fährt man automatisch runter.....
Nur nicht aufgeben. Es ist auch gut für Dich selbst, wenn Du das hinkriegst.
Viele liebe Grüße
Rosi

Hallo Josephine!
Hast Du das auch erlebt, mit der Mutter.
Das blöde ist, dass wir alle in einem Haus wohnen, und das meine Mutter das heute noch so macht, eher verstärkt. Es ist einfach ein unmöglicher Zustand für mich, wo ich oft Mühe habe nicht wütend zu werden, aber es ist jetzt eher das traurig sein,...das wir uns nie mehr verstehen werden, solange wir leben.....Sie behandelt mich heute noch genau so wie früher: "Ich bin nix wert, bin faul, mache nur Mist..." Und die Kerle werden in den Himmel gehoben,...diese eingeimpfte Bevorzugung" der Männer.... Und mein Vater ist da schon genauso,..leider. Deshalb rede ich schon ein gutes halbes Jahr nicht mehr mit ihr,....wo´ s "mir" dabei viel besser geht. Für den Moment ist es eine Lösung.
Man muss halt auch aufpassen, dass man seinen Zorn nicht an den/der Falschen auslässt, die nix dafür können. Das musste ich auch erst lernen.
Viele liebe Grüße
Grey Owl

Liebe Erika!
Du schreibst da was sehr Interessantes!!!
Die ganze Sache mit dem Zorn im Zusammenhang mit dem Schilddrüsenhormon......
Ich bin ja schon ewig zornig gewesen, nehme aber seit etwa 15 Jahren "Berlthyrox", täglich 50 mg.
Aber ich kann nicht sagen, dass sich der Zorn da gesteigert hätte. Ich hab´s jetzt eher und endlich hingekriegt, nicht mehr "so" zu sein, wie gesagt, mich abzulenken, es zu wandeln....
Da muss ich noch mal drüber nachdenken.
Liebe Grüße und einen schönen Abend
Rosi

Luiza hat gesagt…

Guten Abend!
Ja, Du hast Recht. Ich habe es abgelehnt. Hatte vor einigen Jahren mehr Probleme und war sehr ungehalten. Habe mir dann Zeit genommen und festgestellt, dass ich eigentlich NIE Langeweile habe und immer etwas mache. Was geholfen hat, war volle Konzentration auf die Sache, die gerade anstand. Es war wirklich ein Anfang...

Wünsche eine sternvolle NAcht!

Viele Grüsse

Luiza

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Liebe Luiza!
Jetzt habe ich Deinen Kommentar entdeckt. Hatte heute wenig Zeit,...war gar nicht so richtig "hier"....
Ich bin unbedingt der Meinung, dass man so wenig wie möglich Tabletten nehmen sollte, was auch ich versuche.
Ablenkung, und wie Du schon sgtest, volle Konzentration auf die Sache helfen da wirklich.
Liebe Grüße
Rosi